Evangelisch an Emscher und Lippe - Der Podcast.
00:00:00: Hallo zu einer neuen Ausgabe Wortschritte.
00:00:02: Heute mit...
00:00:03: Barbie-Kohlhage!
00:00:05: Pfarrerin, Barbie Kohlhager?
00:00:06: So viel Zeit muss sein glaube ich.
00:00:08: Sie ist kranker aus Seelsorger und über die ihren Job ja oder?
00:00:12: Seelsorgerin
00:00:13: Oh, in Zürich.
00:00:15: Das geht schon schlecht nicht heute
00:00:17: Ich bin an der Beziehung so viel Zeit es muss sein.
00:00:21: Und was sie so in ihrem Job macht, warum sie ihn macht und also mögliche Fragen die da bei uns aufploppen Darüber unterhalten wir uns jetzt.
00:00:29: Los geht's!
00:00:31: Wortschritte, evangelisch an Emscher und Lippe der Podcast mit Jörg Eitz.
00:00:36: Bobby, bevor wir jetzt richtig einsteigen... Dein Name wird am Ende nur mit I geschrieben.
00:00:44: Richtig.
00:00:44: Nicht dass jemand kennen denkt das ist ihr Maino oder so?
00:00:48: Genau.
00:00:49: Woher stand dein Name?
00:00:50: Tatsächlich heiß ich so auch nach dem Personalausweis, dass es keine Abkürzung nicht mehr selber überlegt habe.
00:00:56: Sondern mein Vater hat mir den Namen gegeben und das hat damit zu tun, dass ich in Stuttgart geboren bin.
00:01:01: In Süddeutschland ist der Name viel geläufiger als bei uns hier.
00:01:05: Echt?
00:01:05: Ja!
00:01:05: In den Statistiken taucht er gar nicht auf... Der beliebtesten Vornamen?
00:01:10: Nein, das ist er auch nicht.
00:01:13: Ich bin bisher einer in echt begegnet aber in Süddeutschland ist es eine geläufigere Abkürzung für Barbara.
00:01:20: Aber ich heiße tatsächlich Barbie.
00:01:21: da hat sich mein Vater durchgesetzt!
00:01:25: Dann bist du ja schon ein bisschen einzigartig.
00:01:29: Für mich auch.
00:01:30: So wie wir Menschen alle einzigartig sind, aber bei mir ist der Name sicherlich so ausgefallen, dass sie in sich alle merken können.
00:01:36: Definitiv!
00:01:36: Wie immer bei den Wortschreppen dürfen die Gäste sich den Weg aussuchen.
00:01:42: Sag doch mal kurz wo sind wir heute?
00:01:45: Wir gehen gerade auf der Rückseite der Paracelsusklinik in Mahl also eigentlich der Knappschaftkliniken fest, Paracelusklingekmal vorbei und machen uns gerade auf den Weg zum Außengelände der Klinik, weil sie einfach in einem wunderschönen Parkgelände liegt.
00:02:06: Und wir kommen grade am Hubschrauber-Landeplatz vorbei, der hier angelegt wurde...
00:02:13: Ja!
00:02:13: Und wie oft am Tag Fliegt so eine Hubschauberie ein?
00:02:16: Kann man das
00:02:16: sagen?!
00:02:17: Da wird es Durchschnittswerte geben.
00:02:19: Tatsächlich fliegt ihr auch häufig in Recklinghausen, kann das schon sein?
00:02:24: Dass so drei, vier Mal am Tag ein Hubschrauber landet und startet.
00:02:29: Das hat mit Verlegung von Patientinnen und Patienten zu tun.
00:02:32: Es hat natürlich auch damit zu tun, dass kritische Verfasstheiten Menschen durch Unfälle oder bei uns in die Klinik aufgenommen werden.
00:02:41: Ich muss mal an den einen Ohrhörer rausziehen, weil's klappert mir an Mikro.
00:02:46: Also das ist ein Standort, an dem du beschäftigt
00:02:48: bist?
00:02:49: Ja.
00:02:50: Gibt es noch einen zweiten?
00:02:51: Tatsächlich ist der Schwerpunkt meines Arbeitens Recklinghausen, Knappschaftskliniken in Recklingenhausen.
00:02:59: Das ist einfach das größere Haus mit der größeren Intensivstation und einfach mehr Betten, mehr Patientinnen und Patienten.
00:03:08: Und als ich eingestellt wurde gab's eben die Absprache dass ... Der Schwerpunkt Trecklinghausen sein soll.
00:03:17: Und in Mal bin ich so zweimal nachmittags in der Woche und auf Anforderungen.
00:03:21: Ja, seit wann bist du Krankenhausehelsorgerin?
00:03:26: Also tatsächlich bin ich ... im Jahr um zwei Tausend vier bin ich in die Krankenhaussehelsorge gekommen.
00:03:34: Durch die Familienphase hab ich ... auch durch einen Ortswechsel, den wir als Familie vorgenommen haben, war ich in der Situation mich neu zu orientieren.
00:03:44: Und mit Blick auf Familienfase, wenn die Kinder noch klein sind.
00:03:47: Guckt man auch erst mal nach einer halben Stelle?
00:03:50: Ich hatte dann an einem Gymnasium unterrichtet und hab da aber keine Perspektive gehabt, auf eine halbe Stelle aufstocken zu können.
00:03:59: Dann gab's ein Angebot aus Hamm in die Krankenhausseelsorge einzusteigen.
00:04:04: Erstmal tatsächlich so das psychiatrische Chefarzt der Klinik in Hamm ne evangelische Pfarrerin fürs Haus gewünscht hat dass ich erst mal für die Psychiatrie angefragt war und mir der Superintendent aber relativ schnell deutlich gemacht hat.
00:04:21: Eigentlich sähe er den Bedarf auch in der Somatik, das war alles beides auf einem Gelände.
00:04:27: Somatika ist?
00:04:28: Somatikkörperliche Beschwerden, die behandelt werden.
00:04:32: Und von daher bin ich dann da mit einer halben Stelle in Hamm.
00:04:37: Ich habe mit der Krankenhausseelsorge angefangen
00:04:42: Und seit wann bist du in Recklinghausen, also für den Kirchenkreis?
00:04:45: Also hier im Recklingenhausen bin ich seit dem ersten Mai.
00:04:50: Ja und diese Stelle, die erste kreiskriegeliche Fahrstelle, die ich hier habe ist durch die gemeinsame Verantwortung von Kirche- und Klinik entstanden.
00:05:03: Durch eine Entscheidung oder auch durch Debatten Auch durch die Chefarztkonferenz.
00:05:10: Wollen wir das, brauchen wir das?
00:05:12: Genau und die Entscheidung viel.
00:05:14: Und ich glaube ... also Krankenhäusern durchweg tut es gut, Unterstützung gute Unterstützung für Patientinnen und Patienten zu haben.
00:05:25: Ja.
00:05:26: Krankenhausseeldorge.
00:05:30: Brauchst du dafür nur deine theologische Ausbildung oder hast du noch eine Zusatzausbildung gemacht?
00:05:35: Also ich habe tatsächlich im Studium schon meine erste Ausbildung in Beratung gemacht.
00:05:42: Und zwar hab' ich in Hamburg studiert und als diese ganzen Probleme aufkam mit HIV-Infektionen, so unfassbar viel... Falschinformationen unterwegs waren und Menschen aber umgekehrt in größten Ängsten waren.
00:05:58: Was kann ich mir geholt haben?
00:06:01: Und was muss ich jetzt tun, habe ich bei der IT-Hilfe in Hamburg während des Studiums eine sehr umfassende Telefonberatung ausbildung gemacht.
00:06:12: Und das war für mich ein toller Ausgleich und eine tolle praktische Erfahrung auch mit Supervision Mit allem, was dazu gehört viel Input die mich, glaube ich, sehr geprägt hat.
00:06:25: Schon auch mit Blick auf Gespräche mit Menschen und Interesse haben an der Vielfalt... Bitte?
00:06:33: ...und menschlicher Unterschiedlichkeiten.
00:06:36: Und ja, das hat mich einfach sehr geöffnet für Lebens- Ich
00:06:42: gehe einfach mal hinter dir, weil du kommst gerade in Fahrradfahrer von vorne.
00:06:45: Sehr geöffnete für Lebensgeschichten.
00:06:49: Ja!
00:06:50: Eine spezielle Ausbildung für ein Krankenhausseelsorger oder eine Seelsorgerin gibt es nicht?
00:06:57: Es gibt klinische Seelsorgeausbildungen.
00:07:00: Das sind mehrere Einheiten, immer so sechs Wochenmodule, die man auch gestaffelt machen kann.
00:07:07: Ich selber habe sehr umfänglich eine Gesprächspsychotherapie gemacht.
00:07:13: Also mich hab ausbilden lassen ... und habe darüber hinaus gruppendynamische Trainings gemacht.
00:07:23: Und bin dann Supervisorin geworden, eine dreijährige Ausbildung.
00:07:30: Ja...und natürlich gehört dazu sich ganz grundlegend und ständig weiter fortzubilden.
00:07:37: also so da kommen palliative Seminare dazu über Palliativmedizin, da kommen auch Seminaren und Schulungen zu Traumata hinzu.
00:07:49: Und zu vielen anderen Themen zur Resilienz und ja also zur Selbstsorge und zu all dem was auch in oder Intensivstation dazu nochmal spezielle Schulungen.
00:08:03: Also man ist nie fertig?
00:08:04: Nein!
00:08:04: Nein, nein.
00:08:05: Ich habe gar keinen Fall.
00:08:06: Und wir haben viel selber auch... ich bin eine ganze Zeit im Vorstand der Krankenhausseelsorge tätig gewesen für die westfälische Landeskirche und da haben wir einfach sehr viele Fortbildungen gemeinsam mit dem Passeuralkolleg angeboten und eben auch über die Krankenhausseeelsorge selbst mit Professorinnen und Professoren aus dem ganzen Bundesgebiet.
00:08:32: Du hast es mir schon im Vorgespräch gesagt, du warst einmal Gemeindefahrerin.
00:08:37: Nicht mit einer festen Fahrstelle, aber so hab ich angefangen.
00:08:42: Das war für mich was sehr Selbstverständliches.
00:08:48: Ich habe auch eine Phase gehabt, wo ich gezögert hab, ob das der richtige Beruf ist.
00:08:53: Aber tatsächlich hab ich im Studium Praktikum in Bochum gemacht ... Dafür bin ich bis heute dankbar, weil ich da so viele kluge und tolle Menschen in der Kirche kennengelernt habe.
00:09:04: Dass ich gedacht hab, Ruhrgebiet ist richtig für mich und auch ein Gefühl dafür bekommen habe, solange sich Kirche auf den Sozialraum bezieht und offen bleibt für Menschen unterschiedlichster Prägung und Färbung.
00:09:25: Dann ist das ein Gewinn!
00:09:27: Gut, wollen wir mal den Skulpturenweg gehen?
00:09:31: Können wir gerne machen.
00:09:32: Das erinnert mich gerade daran, dass du mir in deinem Büro zwei Kunstwerke gezeigt hast von bekannten Künstlerinnen.
00:09:49: Tatsächlich hat das hier mit Mal zu tun aber es hängt eben ein... Ein kleines Bild von Käthe Kölwitz im Büro und auch ein Otto Pankock.
00:09:59: Und Otto Punkock, der Jesus, der das Gewehr über dem Kniet zerbricht ist eines der bekanntesten Bilder von ihm.
00:10:10: Das hink in der Hasseler Gemeinde im Gelsenkirchen, in der ich tätig war genau ... Und das war einfach eine Freude, weil das wirklich so eine klare Positionierung war.
00:10:25: Aber das soll keine Skulptur her, steht Knieheben.
00:10:27: Das sieht aus wie
00:10:29: eine Gymnastikfahrt?
00:10:30: Ja, ganz genau!
00:10:31: Da
00:10:31: haben die jetzt meinen Bock getan.
00:10:34: Wir kommen auf das umzeinte Gelände der Klinik nicht so gut.
00:10:39: Wir gehen hier weiter und gucken wo wir landen.
00:10:41: Das müssen wir noch ein bisschen gymnastisch machen.
00:10:44: Kein Problem.
00:10:47: Noch mal zurück zur Gemeinde fahren ...
00:10:52: Was?
00:10:53: Was gefällt dir denn besser?
00:10:54: Kann man das sagen, dass du Seelsorgerin in einem Krankenhaus bist oder Gemeindefahrerin.
00:11:01: Es hat sich lebensgeschichtlich gut gefügt und ich habe seitdem ich in der Klinikseelsorge tätig bin, nicht mehr darüber nachgedacht zurück in die Gemeinde zu gehen.
00:11:12: Obwohl ich nach wie vor klassische Gemeindeaufgaben immer wieder übernehme ... Ich habe eine ganze Zeit regelmäßig noch Gottesdienste gehalten.
00:11:22: Das nimmt jetzt einfach gerade ab, weil es insgesamt abnimmt.
00:11:26: Ich hab auch im Krankenhaus weiterhin spezielle Gottesdienten und es gibt Taufentraugungen-Besetzungen.
00:11:37: Taufen zwar am wenigsten aber kommt auch vor.
00:11:40: Habt ihr ne eigene Kapelle hier?
00:11:42: Wir haben
00:11:43: an beiden Orten eine Kapele und da bin ich sehr dankbar für, weil das Orte sind die im Grunde auch immer mal wieder gebraucht werden.
00:11:52: Wir haben regelmäßig Gedenkortesdienste, für die wir die Kapellen nutzen.
00:11:57: Natürlich kann auch eine Kapelle mal für Veranstaltungen genutzt werden da es ist einfach ja auch ein Raum.
00:12:05: aber das ist umgekehrt schön wenn sichtbar bleibt dass es auch ein spiritueller Ort sein kann.
00:12:12: und ich denke ganz oft Solche Räume sind von uns auch durch das, was da stattgefunden hat oder das, dass Menschen da schon alles erlebt haben, beseelt.
00:12:21: Da passt der Begriff Seelsorge zu.
00:12:24: Dass Menschen ihre Tränen da lassen können.
00:12:28: Manchmal auch im Stillen.
00:12:30: Selbst nachts darf man sich den Schlüssel der Kapelle geben lassen und dann da noch mal reingehen.
00:12:34: Die
00:12:35: Patientinnen und Patienten?
00:12:35: Ja
00:12:36: genau.
00:12:39: Von daher ist das ... Ja, was sehr, sehr Wesentliches.
00:12:43: Mitarbeiter nutzen die Kapelle manchmal um sich da so zurückzuziehen und nochmal so innezuhalten.
00:12:49: Gespräche führen wir häufiger dar.
00:12:51: mit den Ehrenamtlichen sind wir viel in der Kapele zusammen, um über Dinge zu sprechen, die sie im Stationsalltag erlebt haben.
00:12:59: Von welchen ehrenamtlich Sprechen bitte?
00:13:01: Wir sprechen von Menschen, die sich bereit erklärt haben ehrenamtlich In der Klinik Komm, wir gehen hier einfach zurück.
00:13:10: Wir sind ja gerade am Parkbaus angekommen?
00:13:12: Ja, genau.
00:13:14: Ansonsten, wir könnten uns da gleich unterstellen falls es anfängt zu regnen.
00:13:17: Nein
00:13:17: das schaffen wir jetzt, wir bleiben trocken!
00:13:20: Mit Ehrenamtlichkeit.
00:13:20: wenn du sagst in der Klinik tätig denke ich sofort an die grünen Damen.
00:13:26: Tatsächlich gehören wir nach wie vor zur Evangelischen Krankenhaushilfe Und das ist im Grunde dieselbe Organisation der grünen Damen und Herren heute mittlerweile.
00:13:39: Wir haben auch einige Herren, das ist auch sehr schön.
00:13:41: Und wir haben eben eine Ruppe von insgesamt, oh, sechsundzwanzig bis achtundzwantig Personen die ehrenamtlich engagiert sind in der Klinik für die wir in der Seelsorge zuständig sind.
00:13:53: Ich bin total froh, dass wir gestern eine Geschäftsführung hatten Die Ehrenamtlichen zum Spargelessen eingeladen und es war eine tolle Begegnung.
00:14:04: Und die ehrenamtliche werden eben von der Geschäftsführung geährt, das ist das Dankeschön der Klinik sogar zweimal im Jahr.
00:14:15: Wir als Seelsorgende sind sehr dankbar dass wir die Unterstützung der Ehrenamptlichen haben und gleichzeitig werden sie aber durch uns auch sehr gut unterstützt in Begleitung, in Schulung.
00:14:27: In Organisationsfragen aber einfach auch immer wieder zum Gespräch und wir haben regelmäßigen Austausch wenn eben ehrenamtliche Mitarbeiter vom Stationsbereich kommen dann nochmal auch in den Austauschen gehen zu können.
00:14:41: was habe ich da erlebt?
00:14:43: Und wo hat es gehakt und was könnte man besser machen?
00:14:47: Was sollte man verändern?
00:14:48: so ne also ist immer noch mal aus einem Lernfeld ein guter Austauschung sind alles sehr feine Menschen mit einer tollen Haltung, die das machen.
00:14:59: Und da wird für mich auch sichtbar.
00:15:01: Haltung gehört zur Seelsorge und Haltung gehört auch für gute Gespräche ganz wesentlich dazu.
00:15:08: Gute Gespräche, wir stehen gerade vor einem Tor.
00:15:10: Gehen wir jetzt hier durch?
00:15:11: Das heißt, wir gehen nicht ums Straße oder zurück?
00:15:14: Wir gehen zurück!
00:15:16: Du triffst die Entscheidung?
00:15:18: Ja ich finde es hier im Grünen einfach so schön Ein wesentlicher Resilienzfaktor, dass das natürlich viel angenehmer ist als an der Straße links zu gehen.
00:15:31: Wenn wir von Krankenhausseelsorge sprechen, sprechen wir immer auch von Ökomäne?
00:15:36: Ja!
00:15:37: Ihr teilt doch ja den Job.
00:15:38: Immer ganz genau.
00:15:40: es ist gerade eben ein neues Logo für die Krankenhauseelsorge ich glaube sogar bundesweit rausgekommen.
00:15:47: Dann gehen wir jetzt wieder rechts runter.
00:15:53: Das ist eben auch ein Novum, dass tatsächlich die Kirchen in ihren unterschiedlichen Strukturen es geschafft haben.
00:16:02: Die Krankenhausseelsorge...
00:16:04: Das ist ja ähnlich wie bei der Telefonseelsorge?
00:16:06: Ja genau.
00:16:07: aber da sind wir noch vor kurzem weit von entfernt gewesen nicht von der Arbeit an der Basis Dass wir bundesweit eine Regelung gefunden haben und dass das geglückt ist, daraus eine Marke zu machen.
00:16:22: Das ist schon toll!
00:16:24: Da hat es auch viel Hinarbeit gegeben über die Vorstände der Krankenhaushälsorge in den verschiedenen Landeskirchen.
00:16:36: Hat alles gut geklappt.
00:16:38: Wie müssen wir uns deinen Tag vorstellen?
00:16:42: Wartest du darauf, dass die Menschen dich anrufen und dich zum Gespräch bitten oder drehst du im Krankenhaus ein paar mal deine Runden?
00:16:50: Genau.
00:16:50: Es ist ganz selbstverständlich, Menschen in der Klinik aufzusuchen.
00:16:56: Das hat ganz unterschiedliche Anlässe.
00:16:59: Es gibt Stationsbereiche, in denen wir sehr regelmäßig sind um dann auch von Mitarbeitenden Hinweise zu bekommen.
00:17:07: Sie sind bei uns in Recklinghausen beispielsweise die Intensiv Die Onkologie.
00:17:14: Jetzt fängt es an zu rechnen?
00:17:15: Ja,
00:17:17: das machen wir.
00:17:19: In der Hoffnung ...
00:17:21: Das sind Wortschritte in der freien Natur.
00:17:25: Genau!
00:17:26: Hier haben wir keinen Dach.
00:17:29: Wir müssen unterschlupft
00:17:31: werden.
00:17:31: Wir reden
00:17:33: weiter, wo waren wir?
00:17:34: Wir waren wie mein Tag aussieht und ... Also wie gesagt, das gehören bestimmte Themen.
00:17:44: Es gibt interdisziplinäre Arbeitsgruppen in denen man sich regelmäßig trifft und eben auch bestimmte Dinge bespricht Und ein paar Termine gibt es gesetzt mit den ehrenamtlichen Dienstags- und Donnerstagsmittag zum zwölf Uhr.
00:17:58: Und ansonsten kriege ich manchmal schon die Anrufe noch zu Hause weil das Handy ist eigentlich immer an.
00:18:05: Wir haben auch eine vierundzwanzig Stunden Rufbereitschaft, die wir miteinander aufteilen für die verschiedenen Häuser der Region.
00:18:12: Aber tatsächlich wird das den Anspruch genommen und so dass es sein kann, dass ich manchmal wenn ich auf dem Weg zur Arbeit bin schon mindestens vier fünf sechs Gespräche habe von denen ich weiß sie werden heute noch stattfinden oder sollen heute stattfinnen.
00:18:27: Das regnet sich gerade richtig
00:18:29: ein.
00:18:29: Ja
00:18:31: aber sag mal einen Nein to Five Job ist das nicht?
00:18:33: Nein,
00:18:35: also ab und zu ist es das.
00:18:37: Wir werden gerade abgehört?
00:18:40: Ab und zu isst es das ja.
00:18:42: Sieht so
00:18:42: aus, darf man zuhören einfach.
00:18:43: Das dürfen sie gerne machen!
00:18:46: Wir haben die Hörer schafft.
00:18:48: Ja sehr schön.
00:18:50: Das Ergebnis können Sie auch später im Podcast hören.
00:18:53: Es geht um Krankenhausseelsorge.
00:18:54: Genau
00:18:55: ich bin Krankenhaus-Seelsorge denn...
00:18:58: Wenn Sie mal einen Anliegen haben, hier sind sie richtig.
00:19:02: Vielleicht haben Sie eine Frage?
00:19:03: Wir sind dabei zu erzählen, was Krankenhaus hier bedeutet.
00:19:12: Sehr gerne!
00:19:13: Was sind die Hauptanliegen mit denen sich die Menschen an dich wenden?
00:19:20: Das ist ganz unterschiedlich... Wenn ich bei Mitarbeitenden anfange, dann sind es Situationen von Überforderung und Belastungen der Arbeit.
00:19:30: Dann ist das ethischer Stress.
00:19:36: Ich habe einen Menschen, der erkrankt ist.
00:19:38: Dann sind es bei jüngeren Frauen Themen der Beziehung ganz unterschiedlich.
00:19:44: So ist es bei den Patientinnen und Patienten auch.
00:19:48: Manchmal wirklich sehr dringendlich das Angehörige darum bitten, ich brauche unbedingt Unterstützung für meinen Vater oder meine Mutter und wir wissen im Moment nicht mehr weiter.
00:19:58: Da verschließt sich jemand.
00:19:59: ja bei Ärztinnen, Ärzten und Pflegekräften ist es ähnlich dass die sagen irgendwie wir brauchen da jetzt deine oder eure Unterstützung.
00:20:08: also hier muss jemanden stückweit auch gehalten werden in der Situation, er hat eine gute Perspektive und dann gehen wir rein.
00:20:17: Und von den Patientinnen und Patienten kommt eben auch ganz oft ich habe Angst ja also so euch brauche einfach jemanden der mir halt gibt.
00:20:26: oder Ich bin ein gläubiger Mensch.
00:20:28: ich freue mich wenn jemand mit mir betet.
00:20:30: ich bin froh Ich weiß nicht irgendwie, wie das diagnostisch mit mir weitergeht.
00:20:35: Meine Perspektiven sind nicht gut und ich merke das ja oder eben auch immer öfter dass alte Menschen sagen, ich will damit ernst genommen werden wenn ich sage ich will nicht mehr ich kann nicht mehr.
00:20:48: so also und Ja und wenn es ethische Probleme gibt werden Werde ich, werden wir Seelsorgenden eben auch oft eingeschaltet.
00:20:59: Um Gespräche im Team zu führen und zu moderieren immer mit noch ärztlicher Unterstützung dabei.
00:21:07: Die ist wesentlich in solchen Situationen.
00:21:09: aber um eben auch zu gucken was hat ein Mensch sich gewünscht?
00:21:13: Was ist der Wille von Patienten die selber nicht mehr sprachfähig sind?
00:21:17: Schwierige Situationen.
00:21:20: Welche Rolle spielt?
00:21:21: Einsamkeit
00:21:23: kommt auch vor, also da sind Pflegekräfte ganz oft aufmerksam und schicken uns da auch gezielt hin.
00:21:30: Also ich hole häufiger Kleidung für Menschen die als Wohnungsdose kommen oder eben die so einsam sind dass sie niemanden haben der ihnen Kleidungen bringen kann.
00:21:42: Kinder leben weit weg.
00:21:43: Also Menschen können auch einsam sein, weil sie einfach alt geworden sind und alle anderen vor ihnen verstorben.
00:21:49: Manche sind aber auch einsamt, weil Sie immer Beziehungen abgewährt oder vielleicht abgelehnt haben oder Angst hatten davor, sie zu suchen ganz unterschiedlich.
00:22:02: Du hast es gerade gesagt du kümmerst dich auch um das Fliegepersonal um die Pflegerinnen und Pflege?
00:22:09: Ich spreche auch mit Ärzten.
00:22:12: Wie sich das ergibt, wir sind ein großes Team.
00:22:19: Auch wenn wir als Seelsorgende ein ganz kleines Team sind sehen wir uns absolut eingebunden in das große Teamklinik.
00:22:30: Da gibt es unfassbar viele Treppengespräche, in denen aber maßgebendes zur Sprache kommt.
00:22:35: Aber es gibt auch viele sehr aufrichtige Gespräche, wo wirklich der Druck im System des Gesundheitswesens insgesamt liegt deutlich und sichtbar wird.
00:22:45: Also, wo wir auch manchmal selber alle das Gefühl haben, in einem Hamsterrad zu sein – und es werden ökonomisch falsche Anreize gesetzt!
00:22:55: Das eben Gespräche... Gar keine Finanzierungsanteile haben, sind eine Katastrophe.
00:23:02: Also dass auch der Aufwand den Ärztinnen und Ärzte betreiben müssen um mit Menschen vernünftig über ihre Situation zu reden das dafür eigentlich gar keine Kapazität vorgesehen ist.
00:23:12: ein Unding ja vieles andere mehr.
00:23:16: Das brauche ich.
00:23:17: Sie nicken die ganze Zeit?
00:23:19: Sind sie in der Klinik beschäftigt oder nicht?
00:23:21: Ich bin krank gerade hier aber von bisschen weiter weg
00:23:27: Und jetzt entfernt sie sich.
00:23:28: Sie hat, glaube ich, genug gehört und es hat doch so leicht aufgehört zu rechnen.
00:23:34: Alles
00:23:35: Gute.
00:23:37: Wie erlebst du den durch Personalmangel verursachten Pflegenotstand?
00:23:40: Wie kriegst du das mit?
00:23:43: Hatte auch Auswirkungen auf deine Arbeit?
00:23:46: Ja also... Tatsächlich glaube ich, je mehr kompensiert werden muss, desto mehr Menschen werden in die Notwendigkeit der Unterstützung reingezogen.
00:23:58: In jedem Falle... Es gibt manchmal krisenhafte Situationen wo ich als Seelsorgerin angefordert werde weil man gerade keine andere Unterstützungsmöglichkeit sieht und damit meine ich nicht dass ich eine pflegere Aufgabe übernehmen müsste oder so gar nichts sondern einfach Das muss jemand zum Gespräch zur Verfügung stehen.
00:24:19: Was die Pflegerinnen und Pflegeren der Folge nicht mehr leisten können?
00:24:22: Nicht genau, ganz genau so.
00:24:26: Ich habe es mal nachgelesen.
00:24:27: In der Krankenpflege lag der Anteil der ausländischen Fachkräfte in den Jahr-Zwischen bei etwa siebzehn Prozent.
00:24:34: Wenn wir diese Menschen nicht
00:24:35: hätten...
00:24:36: Was würde das für Auswirkungen für die Krankenhose haben?
00:24:39: Das
00:24:40: wäre eine Katastrophe.
00:24:41: Also so, das können wir uns überhaupt nicht leisten.
00:24:45: Ich kann mir an Krankenhaus in der Vielfalt auch gar nicht mehr anders vorstellen.
00:24:51: Wir haben schon gemerkt, dass Menschen aus Syrien, die eben zum Teil als Ärztinnen und Ärzte tätig waren im Kliniken, dass manche von ihnen zurückgegangen sind.
00:25:00: Die fehlen schon.
00:25:02: Auch das merken wir schon.
00:25:04: Kannst du in diesem Zuge die ganzen Debatten um ausländische Fachkräfte irgendwie verstehen, dass das immer negativer, negativ gesehen wird?
00:25:12: Also der Fakt ist doch ganz klar wir brauchen eigentlich viel mehr.
00:25:15: Ja aber dass es also Dummheit ist manchmal auch nicht beizukommen ja.
00:25:20: Wir sehen... Ich komme aus Gelsenkirchen und ich wohne in Gelsenkirchen.
00:25:27: bei den Jugendlichen eins bis zum sechzehnten Lebensjahmen, wir glaube ich mittlerweile.
00:25:31: Sechszig- bis siebzig Prozent mit Migrationshintergrund und dann denke ich so ja aber in meiner Generation gab es das auch in Teilen schon.
00:25:39: Und Ja Wir werden damit leben müssen.
00:25:41: unter den zwanziger Jahren des letzten Jahrhunderts Gab's die auch schon?
00:25:45: Gart´s auch schon eine Einwanderungsbewegung und Auswanderung So also.
00:25:50: von daher Also wie gesagt im Klinikum ist das maßgebend, dass wir alle eine gute Form von Zusammenarbeit finden und an vielen Stellen gelingt es sehr gut.
00:26:03: An anderen Stellen muss man gut hinschauen, wie man dafür sorgt, dass es einfach noch besser gelingt aber dafür eben in der Gesundheitsversorgung.
00:26:14: Uns gab immer schon ... Wir haben Menschen aus den Philippinen bekommen Menschen angeworben aus Indonesien, aus Thailand.
00:26:22: Aus Indien, indische Ordensschwestern.
00:26:24: mit denen habe ich in Ham schon zusammengearbeitet.
00:26:26: Die gab es in den fünftiger Jahren schon ja.
00:26:28: Wir haben so viele tolle Menschen dabei und das funktioniert gut.
00:26:35: Kann ich sehr gut nachvollziehen?
00:26:37: Meine Mutter pendelt gerade zwischen Kurzzeitpflege- und Krankenhausingern her und da muss ich einfach sagen wenn diese Menschen nicht dort wären dann wäre sie wirklich immer einsam auf den Stationen.
00:26:49: Ich weiß nicht, wer sonst die Arbeit tun würde?
00:26:52: Und ich erlebe auch viele ältere Menschen, die so sagen, meine türkischen Nachbarn sind die, die sich am West nur mich kümmern.
00:26:59: als Beispiel.
00:27:00: und dann denke ich manchmal ja vielleicht sind die türkische Nachbaren schon gar keine türkisch nachbarn mehr, vielleicht sind sie längst Deutsche, aber das sage ich, das denk' ich da nur.
00:27:09: Da mach ich mir jetzt keinen Kopf drum!
00:27:12: Kommen wir auf die andere Seite.
00:27:15: Wie erlebst du die Patientinnen und Patienten?
00:27:18: Wir sehen erst der Gesellschaftlich, dass es eigentlich immer ein bisschen schwieriger wird.
00:27:20: Also wir sehen das in den Social-Mediaforen, dass die Aggressivität größer wird.
00:27:26: Wir hören immer wieder davon, dass Menschen auch Ärzte, Pfleger, Krankenwagenfahrer angreifen... wie erlebst Du die PatientInnen heute?
00:27:37: Es gibt natürlich eine große Angst, die allein schon damit verbunden ist ins Krankenhaus zu gehen.
00:27:46: Was kommt da auf mich zu?
00:27:47: Also werde ich ernst genommen, wird mein Selbstbestimmungsrecht akzeptiert.
00:27:53: Auf was muss ich mich einstellen und einlassen?
00:27:56: nicht dass über meinen Kopf hinweg entschieden wird.
00:27:58: also Von daher, Menschen die krank sind haben Schmerzen und Beschwerden.
00:28:04: Die haben mit ihrer Verletzlichkeit zu kämpfen.
00:28:06: Das ist erst mal die Ausgangssituation von Patienten und auch von Angehörigen, die natürlich in großer Sorge sind und kommen.
00:28:16: Tatsächlich muss man immer Wartezeiten in Kauf nehmen.
00:28:21: Aber das zeigt halt wo es Ängste gibt.
00:28:23: Gibt es viel Gefühl?
00:28:26: Gibt es auch schneller Ärger, weil man etwas durchsetzen muss oder weil man zu seinem Recht kommen möchte.
00:28:34: Nicht allen ist einsichtig dass es ein Triageverfahren gibt also das immer schon in den zentralen Notaufnahmen und das sind eben bei uns im Moment die ganz brisantesten Bereiche Dass es einfach sehr schnell, bis das Personal sehr schnell Entscheidungen darüber trifft.
00:28:52: Irgendwie wer muss sofort behandelt werden?
00:28:56: Wer kann Wartezeiten in Kauf nehmen?
00:28:58: und wer kommt mit einer Problematik, mit der eigentlich vielleicht Vormittags noch zum Hausarzt hätte gehen können?
00:29:05: Es ändert aber nichts daran.
00:29:06: also wir sind ich habe gerade mich dafür eingesetzt dass es eben so Übergriffsmeldungen gibt ist also Mitarbeitende eben und also drei Menschen aus der Klinik Rückmeldung geben können, wenn sie solche Übergriffe erlebt haben.
00:29:22: Also entweder rassistische Beleidigungen oder wirklich Beschimpfungen, verbale Attacke.
00:29:28: ein bisschen zu Bedrohungen ja?
00:29:30: Und in einem Fall muss man manchmal auch juristisch Schritte einleiten oder die Polizei rufen, wenn es eben wirklich einen Vorfall gibt irgendwie, der bedrohlich ist.
00:29:42: Aber da kommen eben auch Rückmeldungen und das ist tatsächlich so, dass wir Menschen scheinbar dünn heutiger geworden sind.
00:29:52: Vielleicht auch durch das was insgesamt alles an Misstrauen sich entwickelt, was in der Welt los ist wo immer mehr der Eindruck entsteht Wir werden ohnmächtiger und können einfach nicht mehr viel Einfluss nehmen.
00:30:08: Und ich würde mal denken, ich bin der festen Überzeugung.
00:30:11: Wir können da einen Fluss nehmen wo wir tätig sind und wo wir bereit sind Verantwortung zu übernehmen.
00:30:17: Das sehe auch als meine Aufgabe in der Klinik.
00:30:23: Ich hoffe dass das gut ankommt.
00:30:25: Ich kriege sehr viel gute Rückmeldungen von Menschen die ich begleite.
00:30:32: Immer wieder sehr dankbar für das große Vertrauen, was Menschen mir und uns entgegenbringen.
00:30:37: Weil es eben gar nicht selbstverständlich ist.
00:30:41: Und dazu gehört glaube ich viel Akzeptanz, große Offenheit, Verbindlichkeit, Verlässlichkeit.
00:30:50: so ja?
00:30:51: Ich merk schon, das ist ein Podcast bei dem ich sehr lange zuhör.
00:30:55: Aber mir gefällt es!
00:30:57: Also ich find', dass du wirklich so frei von der Leber sprichst und... Das sind so tolle Dinge die du sagst, die möchte ich gar nicht unterbrechen selbst mit einem Ja oder Mhhm.
00:31:06: Ich glaube' das ist schon an manchen Stellen einfach zu viel weil man dir, glaub ich da sehr gerne zuhört.
00:31:12: Ein Punkt den ich noch habe is'... Du machst bestimmt auch Sterbebegleitung, oder?
00:31:18: Bei den Katholiken sagt man manchmal auch die letzte Ölung
00:31:21: Davon sind wir schon lange weg.
00:31:23: Also so, das ist tatsächlich Krankensalbung.
00:31:25: also es heißt schon lange Krankensalbung auch in der katholischen Kirche und umgekehrte.
00:31:30: manchen von den evangelischen Kolleginnen und Kollegen haben für sich Krankensalbungen tatsächlich zu salben auch entdeckt.
00:31:38: ich selber bete und segne Menschen und bespreche aber auch immer mit Menschen selbst, am besten eben mit den Menschen noch selbst.
00:31:49: Und auch mit den Angehörigen was sie brauchen, was ihnen selber gerade so auf der Seele lastet und mache das immer frei.
00:31:58: also nach Gesprächen die ich mit den menschen geführt habe genau und dass ist... Ich erlebe das ganz oft auch grade in so sehr krisenhaften Situation als was Unterstützendes und haltendes, weil man plötzlich noch mal so einen Moment der Ruhe findet.
00:32:15: Und eine andere Dimension mit hinein kommt von der man auch hofft... Also wir Menschen sind trostbedürftig ja?
00:32:23: Aber Trost kann man nicht herstellen!
00:32:25: Man kann nicht entweder etwas tun und weiß das funktioniert.
00:32:29: Das macht Trost.
00:32:30: Das funktioniert nicht, das geht nicht.
00:32:35: Wenn wir mit Menschen mitgehen und etwas von dem, was sie bewegt noch mal zur Verfügung stellen.
00:32:42: Und das so vor Gott und der Welt ausbreiten ... Man hat das Gefühl, man flirrt die Luft.
00:32:54: Das berührt einen nochmal anders als wenn man ganz normal miteinander spricht.
00:33:00: Und so eine Segnung ist eine Würdigung eines Menschen, der geht in der Einzigartigkeit und mit der Wertschätzung der Lebensgeschichte.
00:33:10: Das ist schon sehr besonders.
00:33:14: Wir haben jetzt über die Patientinnen und Patienten gesprochen?
00:33:17: Wir haben über die Pflegere gesprochen?
00:33:23: Wer kümmert sich denn um dich?
00:33:25: Also ich hab zum einen meinen Mann, der manchmal viel aushalten muss.
00:33:30: Nein wir sind ein kleines feines Team in der Seelsorge im Haus.
00:33:35: Wir sind ein etwas erweitertes, feines zusammenhaltendes Seelsorgeteam über die Hausgrenzen hinweg und sogar im Verbund der westfälzischen Landeskehle.
00:33:44: Ich bin lange im Vorstand gewesen also so da sind wir sehr gut vernetzt auch in der Fachkonferenz Seelsorge, die es im Kirchenkreis gibt mit den Kolleginnen und Kollegen.
00:33:52: Wo die Telefonseelsorge zugehört, die Notfallseelsorge dazu gehört, die Psychiatrie-Seelsorge dazugehört – das ist alles wunderbar!
00:33:59: Und für mich ist Inbeziehung sein etwas ganz Wichtiges und Kostbares und da habe ich Gott sei Dank auch genügend Menschen, mit denen ich in Beziehungen in Verbindung stehe.
00:34:09: Ich hab auch zwei Kinder, aber leider nicht vor Ort sind, aber das ist auch gut so... Ich habe seit vielen, vielen Jahren eine Supervisionsgruppe und eine Supervisorin.
00:34:24: Auch wenn ich selber SupervisorIn bin das ist so kostbar wirklich so eine gemeinsame lange Zeit- und Wegbeleitung zu haben.
00:34:32: und solangjährige Wegepferden gibt es einfach einige mit denen kann man im Auszug sein und manches von dem was im Krankenhaus geschieht das muss auch im Krankenhaus bleiben
00:34:45: Aber manches muss ja auch trotzdem raus.
00:34:46: Also was dann erlebt, ne?
00:34:48: Man erlebt hier nicht nur schöne Dinge!
00:34:50: Nein ich wollte damit sagen das aber... Ich verstehe
00:34:52: das.
00:34:52: ...aber manchmal eben die Mitarbeitenden mit denen ich Szenen erlebe sind, die mit denen auch im Anschluss nochmal in den Austausch darüber gehe und deswegen meine ich dass muss dann auch da bleiben weil manche Situation halten andere Menschen draußen die es nicht erlebt haben gar nicht aus.
00:35:09: so.
00:35:10: also Das bleibt aus guten Gründen in der Klinik, ja.
00:35:17: Aber es gibt doch bestimmt auch schöne Momente?
00:35:19: Hast du eine schöne Anekdote
00:35:20: für mich?
00:35:22: Ja genau!
00:35:23: Mir hat irgendwie ein Hamm... das war allerdings ein Hamm auf der Intensiv.. Hat mir einen älteren Mann mit Herzproblemen da, aber er hat mir öfter einen Heiratsantrag gemacht.
00:35:36: Der war einfach so glücklich dass er wieder zurück ins Leben gefunden hat.
00:35:40: Aber der hat mehr... Das hätte
00:35:43: dein Mann noch nicht zugelassen.
00:35:44: Nein, nein, nein!
00:35:45: Und die hatte auch den ... Also er wusste das auch ja.
00:35:47: aber wir haben also ... Humor ist sowas wichtiges und da muss man sich darauf einlassen und wir haben genägt und Spaß gehabt.
00:35:57: Das war sehr lustig.
00:35:59: Genau.
00:36:00: Heiratantisch
00:36:01: ist schön?
00:36:01: Ja genau.
00:36:03: Ich habe schon so tolle Situationen erlebt.
00:36:06: ich hab eben auch Menschen, die sich in der Klinik kennengelernt haben hier habe auf verheiraten dürfen.
00:36:14: Das hat mir Freude gemacht und ich habe einmal, da war mir mulmig, hab mich drauf eingelassen.
00:36:20: Ich kannte die Patientin und hab sie begleitet.
00:36:23: Und der Ehemann sagte wir haben uns jetzt entschieden Wir heiraten Standesamtlich, die waren schon Jahre zusammen und ich wusste das auch und ich wüsste auch dass sich lieben und dass alles klappt.
00:36:33: und der standesamtliche Termin stand fest dass wir eine Trauung direkt dann im Anschluss machen.
00:36:42: Und sie sollte davon nichts wissen, er wollte Sie damit überraschen und ich habe sehr überlegt und hab gedacht, wir machen das, sie freut sich und so war es auch.
00:36:55: Dann war die Gesellschaft da und alle sind dann zusammen rübergekommen.
00:36:59: Das war richtig toll, ganz toll!
00:37:01: Ja, das ist ja schön.
00:37:03: Es gibt in Deutschland, ich habe es noch rausgesucht, Kannst
00:37:08: du
00:37:10: das bestätigen?
00:37:13: Die Zahlen sind sehr rückläufig.
00:37:16: Sie sind hochqualifiziert, aber die Zahlen sind leider sehr ruckläufige.
00:37:20: Genau und darauf bin ich auch hinaus was ist denn wenn Du in den Ruhestand gehst?
00:37:25: wann ist es soweit?
00:37:26: Das weiß ich noch nicht so genau.
00:37:28: Das wird schwierig.
00:37:30: also wir sind einfach eine gut qualifizierte Generation als Pfarrerin und Fahrer keinen Nachrucks in dem klassischen Sinne, aber wir können uns von kirchlicher Seite beauftragte Menschen in Zusammenarbeit mit der Klinik, können wir uns vorstellen auch gut ausgebildete Menschen oder noch weiter nachzuschulen und zuzurüsten.
00:37:55: Und trotzdem aber diese kirchtliche Anbindung zu erhalten.
00:37:59: Da kann ich mir vorstellen dass eben Psychologinnen beispielsweise da noch ein Stück weit mehr seelsorgliches Know-how oder auch ein bisschen mehr Hintergrund für Rituale und Deutungskompetenz bekommen, um dann von kirchlicher Seite aus entsandt zu werden.
00:38:17: Heißt das dass es dann mehr ehrenamtliche sind die sich in Zukunft da um deinen Job kümmern?
00:38:23: Also ich glaube Ehrenamtliche, das funktioniert nur in Verbindung mit Hauptamtlichkeit.
00:38:30: Es muss eine Hauptamtlichkeit geben die ehrenamtlichen koordiniert aber eben auch schult und auch im Blick behält.
00:38:39: irgendwie ne... also da muss Haltung, da muss alles stimmen und dann muss man gut in Beziehung bleiben.
00:38:49: ohne eine hauptamtliche Rückkopplung von kirchlicher Seite aus unmittelbar mit den Kliniken.
00:38:55: Ist das auch schwierig, den Zugang zu... Also ich glaube, dass gesamte System braucht weiterhin ne gute Unterstützung und da kann Seelsorge einen guten Beitrag zu leisten.
00:39:06: Wenn jetzt beide Kirchen in Zukunft nicht mehr in diese Stelle investieren?
00:39:13: Was passiert dann?
00:39:15: Dann müssten das die Kliniken aus sich selbst heraus leisten.
00:39:18: Da gab es immer mal erste Aufschläge zu, die auch von kirchlicher Seite mit unterstützt worden sind, z.B.
00:39:24: wie Spiritual Care.
00:39:25: Da sind manchmal dann kleine Schulungen mit vierzig Unterrichtsstunden gelaufen.
00:39:30: Das ist ein schönes, groß aufgezogenes Projekt gewesen was die Universitätsklinik Hattingen zusammen mit Frau Klokke und auch Onkologin ihrerseits aus der Uniklinik in Essen, ich glaube also in der Unikklinik gewesen ist.
00:39:46: Also die das so zusammen initiiert haben und es gibt mittlerweile schon Studienmöglichkeiten, also es gibt ein Masterstudiengang in Münster zu Spötelkeer, also Menschen können unterschiedliche Berufe ergriffen haben und setzen dann da nochmal einen Mastern rauf um eben solche Kompetenzen zu erwerben.
00:40:05: aber ich glaube nicht dass das.
00:40:10: Also ich glaube, auch nochmal so eine zusammenarbeitende Schnittmenge mit einer anderen Institution macht auch Sinn.
00:40:19: Aber du meinst es geht weiter?
00:40:21: Ich hoffe das sehr!
00:40:23: Ich glaube der Bedarf und die Notwendigkeit dazu steigen und nehmen nicht ab da.
00:40:28: Der fest überzogen bin ich.
00:40:30: Ja, wir haben ja gerade über die Probleme in der Gesellschaft gesprochen halt.
00:40:34: Der Bedarf wird definitiv steigend
00:40:36: und Seelsorge hat glaube ich einen ganz guten Stellenwert gesellschaftlich.
00:40:40: Und was sich auch erlebe ist dass es selbst wenn Menschen ausgetreten sind ist eine gesellschaftliche Erwartung gibt.
00:40:49: Wenn es überhaupt noch ne Erwartungen gibt das Kirche dann In den Krisensituationen da ist.
00:40:56: Lass uns zum Abschluss nochmal über deiner persönlichen Ja, wir deine persönlichen Zukunftspläne reden.
00:41:03: Was machst du denn wenn du in den Runde hochstand gehst?
00:41:07: Ich werde erstmal gar nichts machen.
00:41:09: also so ich bin so hochgetaktet dass ich mir gar nichts vornehme weil verbindlichkeiten kann nicht sofort jederzeit finden.
00:41:19: ja so wenn das soweit ist Wenn ich gar nicht damit klarkomme, nichts zu tun.
00:41:26: Längerfristig geht das bei mir sowieso nicht.
00:41:29: Also für
00:41:29: eine Unruhe statt?
00:41:30: Dann werde ich mich wieder binnend lassen.
00:41:33: Auch
00:41:34: ehrenamtlich?
00:41:34: Ja auch ehrenamtlich.
00:41:37: Wir sehen das ja bei einigen Kolleginnen und Kollegen halt die jetzt sich stark in der Akademie zum Beispiel engagieren.
00:41:44: Genau, genau.
00:41:45: Und diesen Dunstkreis kenne ich ja also von daher ... Ich glaube, da bin ich dann auch schnell eingefangen oder bleibe vielleicht in bestimmten Aufgaben und Kontexten dabei.
00:41:56: Das weiß ich heute noch nicht.
00:41:57: Das möchte ich beabsichtigt offen lassen.
00:42:02: Aber ich mache mir keine Sorgen!
00:42:04: So, ich mach mir wirklich keine Sorren...
00:42:07: Sonst wüsste ich auch, an wen du dich wenden kannst.
00:42:09: Es gibt genug Helfer hier!
00:42:11: Nein und genau nehmen ganz genaue Aufgaben, da hab' ich gar keine Sorge vor also dass es nicht genug Dinge gibt irgendwie die ich jederzeit machen könnte.
00:42:18: Ich habe eine Zeit lang gesagt als ich Neuer Münsterland gelebt habe wenn ich in den Ruhestand gehe dann will ich erstmal mich um Steine kümmern.
00:42:27: damit meinte Ja, es gibt so alte Burgen im Münsterhand.
00:42:31: Und die brauchen auch immer mal wieder Unterstützung von Menschen, die bereit sind da tätig zu werden.
00:42:38: So nach dem Motto ich muss auch mal wieder irgendwie ganz was anderes machen mit Kreativität und Kunst und Kultur und sowas zu tun hat.
00:42:44: ja.
00:42:44: Guck mal
00:42:45: gute Botschaft zum Schluss!
00:42:47: Solche Burgen gibt es auch hier.
00:42:49: Beispiel das Wasserstoß Wettring.
00:42:51: Vielleicht kannst du da auf deine Putzen gehen oder irgendwas anderes?
00:42:53: Da muss er putzen nicht, also so nach der Motto und dann ja irgendwie im Sinne von Fun-Tracing oder sowas.
00:43:01: Hast du noch irgendwas, was ich gar nicht gefragt habe auf der Seele brennt?
00:43:05: Ich glaube wir sind da gut durch.
00:43:08: Wenn Leute Fragen haben dürfen sie sich gerne bei mir melden.
00:43:10: Ja manche kommen ja auch einfach wenn man unter dem Baum steht dazu und
00:43:14: hören mal zu.
00:43:15: Dann ist
00:43:15: es mir auch immer nicht passiert.
00:43:16: sehr schön.
00:43:17: Sehr schön.
00:43:18: Fabi ich danke dir recht herzlich und wünsche dir noch weiterhin viel gute Gespräche hier im Krankenhaus, viele gute Erlebnisse und viel Kraft für die, die nicht ganz so gut sind.
00:43:29: Danke schön!